Bei der Fertigung von Blechbauteilen sollte die Wahl der Schneidtechnologie nicht auf die Frage reduziert werden, welche Methode „besser“ ist. In der Praxis ist die Abstimmung des Verfahrens auf Material, Bauteilgeometrie, Losgröße sowie Genauigkeits- und Oberflächenanforderungen von größter Bedeutung. Daher ist es sinnvoll, einen Technologievergleich mit der Bestimmung der Fertigungsbedingungen zu beginnen.
Laserschneiden und Stanzen ermöglichen die Herstellung wiederholbarer Teile, basieren jedoch auf völlig unterschiedlichen Funktionsprinzipien. Ein Laser bearbeitet das Material mit einem konzentrierten Energiestrahl, während eine Stanzmaschine das Blech mechanisch mit entsprechend ausgewählten Werkzeugen trennt. Diese Unterschiede beeinflussen nicht nur das Schneidverfahren selbst, sondern auch die Organisation des gesamten Produktionsprozesses.
Was ist Laserschneiden?
Laserschneiden ist eine besonders geschätzte Technologie für die Herstellung komplexer Konturen, Bohrungen und Bauteile mit variabler Geometrie. Der Laserstrahl schneidet entlang eines programmierten Pfades, sodass für das Fertigungsverfahren bei neuen Bauteilvarianten in der Regel kein Werkzeugwechsel erforderlich ist.
Dies ist ein wesentlicher Vorteil für Kleinserien, Prototypenfertigung und häufige Designänderungen. Das Design kann auf Programmebene angepasst und anschließend direkt in den Prozess übertragen werden. Richtig eingestellte Parameter ermöglichen eine geringe Schnittfuge und hohe Maßgenauigkeit.
Das bedeutet jedoch nicht, dass Laserschneiden immer die wirtschaftlichste Lösung ist. Die Prozesskosten hängen von Faktoren wie Materialart und -stärke, Konturlänge, Anzahl der Bohrungen und Maschinenlaufzeit ab. Daher ist es bei der Bewertung des Laserschneidens wichtig, den gesamten Bauteilproduktionszyklus zu berücksichtigen und nicht nur die Kosten eines einzelnen Arbeitsgangs.
Stanzen – wann ist es am besten geeignet?
Beim Stanzen wird der Druck eines Werkzeugs auf ein Blech ausgeübt. Je nach verwendetem Werkzeug können Löcher, Ausschnitte, Prägungen oder wiederholbare Formen hergestellt werden. Diese Technologie eignet sich besonders gut für die Massenproduktion, bei der die Wiederholgenauigkeit der Details für die Effizienz entscheidend ist.
Ein passendes Stanzwerkzeug spielt dabei eine zentrale Rolle. Seine Konstruktion muss unter anderem auf die Materialart, die Materialstärke und die Geometrie des zu fertigenden Teils abgestimmt sein. Bei großen Losgrößen kann sich die Investition in Werkzeuge jedoch positiv auf die Stückkosten und die Durchlaufzeit auswirken.
Stanzen bietet zudem den Vorteil, mehrere Arbeitsgänge in einem einzigen Zyklus zu kombinieren. Je nach Art der Maschine und der Werkzeuge ist nicht nur das Trennverfahren möglich, sondern auch die Durchführung zusätzlicher Bearbeitungsschritte. Dadurch wird der Prozess umfassender als reines Konturschneiden.
Stanzwerkzeug und Produktionsmöglichkeiten
Die Auswahl des Werkzeugs ist eines der wichtigsten Elemente bei der Planung des Stanzprozesses. Das Stanzwerkzeug sollte nicht nur für das jeweilige Teil, sondern auch für den geplanten Produktionsumfang ausgewählt werden. Bei einer großen Anzahl identischer Teile kann ein gut konstruiertes Werkzeug die Zykluszeiten verkürzen und die Wiederholgenauigkeit erhöhen.
Es ist wichtig, die Langlebigkeit, die Wartungsmethoden und die Wiederverwendbarkeit des Werkzeugs in Folgeprojekten zu berücksichtigen. Dies ist besonders wichtig in der Auftragsfertigung, wo das Auftragsportfolio viele Teile mit ähnlichen Designmerkmalen umfassen kann.
Laserschneiden oder Stanzen – welches Verfahren ist das richtige?
Wenn Flexibilität, komplexe Geometrie und die Möglichkeit zum schnellen Wechsel zwischen verschiedenen Teilen entscheidend sind, ist Laserschneiden oft die naheliegende Wahl. Diese Technologie eignet sich gut für die Einzelteil- und Kleinserienfertigung sowie für Projekte, bei denen sich das Produktdesign ändern kann.
Stanzen hingegen bietet Vorteile bei großen Serien von Teilen mit wiederholbarer Geometrie. Mit den passenden Werkzeugen lässt sich eine hohe Effizienz erzielen und die Produktionszeit für Folgeteile reduzieren.
Daher gibt es kein universelles Verfahren, das für jeden Auftrag geeignet ist. Ein guter Vergleich sollte vor allem die Anzahl der Teile, die Materialart, die Blechdicke, die Anzahl und Art der Bohrungen, die Genauigkeit, die erwartete Kantenqualität und die nachfolgenden Bearbeitungsschritte berücksichtigen.
Die Bedeutung von Geometrie und Materialart
In der Praxis endet die Blechbearbeitung selten mit einem einzigen Arbeitsgang. Das zugeschnittene Teil kann anschließend gebogen, gestanzt, gefügt oder oberflächenbehandelt werden. Daher sollte die Schneidtechnologie im Kontext der gesamten Produktionskette betrachtet werden.
Auch das Material selbst ist wichtig. Baustahl, Edelstahl und Aluminium weisen unterschiedliche technologische Eigenschaften auf und erfordern eine spezifische Vorgehensweise bei den Prozessparametern. Eine gut geplante Materialbearbeitung reduziert das Risiko unnötiger Bearbeitungsschritte und ermöglicht eine bessere Auslastung der Maschine.
Dies ist besonders wichtig für Teile, die nach dem Zuschnitt weiterverarbeitet werden. Wenn ein Teil unter anderem eine Blechumformung erfordert, müssen die Auswirkungen nachfolgender Bearbeitungsschritte auf seine Abmessungen und Eigenschaften bereits in der Konstruktionsphase berücksichtigt werden.
Eine auf den gesamten Prozess abgestimmte Technologie
Die beste Produktionsmethode ist nicht unbedingt diejenige, die einen einzelnen Bearbeitungsschritt am schnellsten ausführt. Die Gesamtdurchlaufzeit, die Anzahl der Bearbeitungsschritte, die Produktionsvorbereitung, der Materialverbrauch und die Fähigkeit, die geforderte Qualität zu gewährleisten, sind allesamt wichtige Faktoren.
Beispielsweise lässt sich ein komplexes Bauteil mit einem Laser schneller fertigen, da keine Spezialwerkzeuge benötigt werden. Bei Tausenden identischer Teile können sich die anfänglichen Kosten eines Stanzwerkzeugs jedoch durch die hohe Effizienz des Verfahrens amortisieren.
Es lohnt sich auch, die Verwendung des Blechs zu analysieren. Die Anordnung der Teile, die Stegbreite und die Anzahl der aus einem Blech herstellbaren Teile beeinflussen den Verschnitt direkt. Deshalb beginnt die professionelle Blechbearbeitung oft schon vor der Inbetriebnahme der Maschine – mit der Analyse der Dokumentation und der Prozessvorbereitung.
Bei manchen Projekten ist das Schneiden nur der Anfang. Sollte das Bauteil weiter umgeformt werden müssen, kann auch das Blechbiegen von Bedeutung sein und sollte bei der Planung der Arbeitsabfolge berücksichtigt werden.
Zusammenfassung
Laserschneiden und Stanzen stehen nicht in einem einfachen „besser oder schlechter“-Szenario gegeneinander. Jedes Verfahren hat seine Stärken und eignet sich für unterschiedliche Produktionsbedingungen. Laserschneiden ermöglicht große Freiheiten bei Geometrie- und Designänderungen, während Stanzen für die wiederholbare Massenproduktion äußerst effizient sein kann.
Ein aussagekräftiger Vergleich sollte daher nicht nur das Schneidverfahren selbst, sondern den gesamten Prozess umfassen – von der Materialart und dem Teiledesign über die Produktionsvorbereitung bis hin zu den nachfolgenden Bearbeitungsschritten. Dieser Ansatz ermöglicht die Auswahl einer Technologie, die nicht nur die erforderliche Qualität, sondern auch eine angemessene Bearbeitungszeit und Kosten gewährleistet.





